Sonnabend, 16.10.2010 ::: 10:00 - 11:30

Panel: Wahrnehmung in der Europäischen Ethnologie – Variationen eines empirischen Zugangs - Anna Stoffregen / Daniela Schadauer / Martin Jonas. Moderation: Michaela Haibl

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Innerhalb des kulturwissenschaftlichen Diskurses über verschiedene Wahrnehmungsstrategien vertritt die Europäische Ethnologie einen spezifischen Ansatz, der sich besonders durch eine multisensorische Wahrnehmung im Forschungsprozess auszeichnet.
Für eine empirische Wissenschaft, die sich über kulturelle Äußerungen dem Menschen annähert, ist es unabdingbar mit allen Sinnen und über alle Sinne zu forschen bzw. deren Bedeutungswandel zu analysieren.
Wie vielleicht kein anderes Fach, welches sich im weitesten Sinne anthropologisch Versteht wie z.B. die Geschichtswissenschaften oder die Psychologie, ist die Europäische Ethnologie aufgrund ihrer Entstehungsgeschichte und Stellung im wissenschaftlichen- und gesellschaftlichen Diskurs dazu gezwungen, das eigene Handeln kritisch zu hinterfragen. Diese wissenschaftliche Un-Selbstverständlichkeit hat beispielsweise zu dem methodischen Selbstverständnis geführt, im Forschungsprozess Reflexionsschleifen einzubauen, die sowohl Selbstwahrnehmung als auch die Wahrnehmung des Forschungsgegenstandes transparent machen. Im Spannungsfeld zwischen Wissenschaftsdiskursen, die wir als Reflexionsinstanzen verstehen, und der Fortschreibung eines prozessual angelegten Fachverständnisses, entwickeln wir auf einer mikroanalytischen Ebene Methoden, welche die Spezifik der Disziplin ausdrücken.
Drei verschiedene Ansätze werden im Panel Vor- und zur Diskussion gestellt, die aus unterschiedlichen Perspektiven Wahrnehmung als methodisches Element beleuchten. Zum Einen als Methode der Feldforschung im urbanen Raum im Wechselspiel zwischen Forscherin und der Atmosphäre eines Ortes (Anna Stoffregen). Zum Anderen als Zugriff auf ein bestimmtes gesellschaftlich tradiertes Bild der Stadtansicht (Daniela Schadauer) und zum Dritten als Indikator wie über die Veränderung der Selbstwahrnehmung und Technikentwicklung sichtbar wird (Martin Jonas). Im Zusammenspiel der Beiträge, die alle in der Europäischen Ethnologie verwurzelt sind, soll ein methodisches Spektrum offengelegt werden, von dem ausgehend theoretische Wahrnehmungskonzepte diskutiert werden sollen, die für Forschungen im kulturwissenschaftlich-historischem Kontexten von Bedeutung sein könnten.

 
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Martin Jonas, geb. 1978 in München, 1998-2004 Studium der Sozialen Arbeit an der Katholischen Stiftungsfachhochschule in München und Benediktbeuern, von 2004 - 2008 Studium der Volkskunde/Europäischen Ethnologie in München und Wien.
Seit 2009 Doktoratsstudium der Philosophie (Europäische Ethnologie) in Wien zum Thema Selbstwahrnehmung im digitalen Zeitalter. Forschungsschwerpunkte: Materielle und visuelle Kultur, qualitative Methoden.

 

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