Sonnabend, 16.10.2010 ::: 12:00 - 13:00

Missionar Jacob Spieth als Ethnologe. Zwei fotoanthropologische Fallstudien - Rainer Alsheimer

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Der in Hegensberg bei Esslingen geborene Jacob Spieth war von der Norddeutschen Missionsgesellschaft (Bremen) von 1880 bis 1911 als Missionar und Präses nach Westafrika ausgesandt worden. Spieth übersetzte die Bibel in die Ewe-Sprache und veröffentlichte u. a. zwei umfangreiche Bücher zur Ethnologie seines Ewe-Kirchenvolkes . Die Universität Tübingen verlieh Jacob Spieth in Anerkennung seiner afrikanischen Forschungen die Ehrendoktorwürde.
Die Missionarsausbildung, die Spieth in Basel erwarb, umfasste auch Fotografie als Lehrgebiet. Für ihn war es deshalb selbstverständlich, das Medium Foto für die Dokumentation ethnologischer Recherchen einzusetzen.
In dem Vortrag werden zwei fotoanthropologische Fallstudien vorgestellt:
1. Ethnologie der Jagd und der Jäger bei den Ewe.
2. Fetischpriesterin in Westafrika
Das Werk Jacob Spieths, einschließlich der Fotos, wird in Ghana und Togo von den Historikern hoch eingeschätzt. Eine englische Übersetzung der "Ewestämme" ist 2009 in Accra aufgelegt worden, während bei den Germanisten der Universität Lomé gerade eine französische Ausgabe in Arbeit ist.

 
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Rainer Alsheimer, Dr. phil., M. A., *1941, studierte in Frankfurt am Main die Fächer Germanistik, Slavistik und Deutsche Volkskunde.
Promotion bei Wolfgang Brückner. Nachunversitäre Ausbildung zum Informationswissenschaftler an einem Frankfurter Max-Planck-Institut.
1974-1989: Bibliotheksdirektor an der Bremer Staats- und Universitätsbibliothek und 1990-2006 Hochschulschullehrer des neuen Studiengangs Kulturwissenschaft an der Univ. Bremen.

 
 

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